FLEXLAB

Flexible Skills Lab Architecture

“Flexible Skills Lab Architecture” (FLEXLAB) ist ein „Raumlabor für Raumlabore“ und bietet eine Umgebung für die Konzeption und modellhafte Erprobung und Evaluation intelligenter, hybrider Lernumgebungen aus analogen und digitalen Komponenten. Durch eine modulare Infrastruktur und Möblierung sowie technische Werkzeuge zur Unterstützung der Gestaltung können hier Raumlabore entworfen und erprobt werden. Erst nach erfolgreicher Evaluation der Gestaltungsvarianten werden optimierte Lösungen exportiert und in den vorgesehenen Lernräumen (Skills Labs) installiert. So werden Fehlplanungen vermieden, Ressourcen geschont und nachhaltige Lösungen generiert.

Studierende der Humanmedizin und der Gesundheitswissenschaften absolvieren während ihres Studiums mehrere Übungseinheiten in sogenannten Skills Labs, um sich praktisch auf ihren späteren Berufsalltag vorzubereiten. Ziel dieses Skills Trainings ist das Erlernen und Festigen sehr unterschiedlicher Kompetenzen, darunter psychomotorische Fertigkeiten für manuelle oder manuell-technische Handlungen (z. B. Bewegungsübungen, körperliche Untersuchungen, Injektionen, Wundversorgung) bis zu Fähigkeiten für das Entscheiden und Handeln in komplexen Situationen. In Abhängigkeit vom Studiengang und der jeweiligen Übung müssen die Architektur des Raumes, die Möblierung, die Ausstattungsgegenstände, die medientechnologische Ausstattung sowie die ambiente Gestaltung verschiedene Anforderungen erfüllen.

Der Entwurf solcher Räume ist komplex und setzt beispielsweise den Umbau von Wänden, den Austausch von Möbeln, die Installation von Simulationspuppen, die Installation von Displays, Sensoren und Aktoren, etc. voraus. Zudem gelten in den Skills Labs je nach Lehrmodul im Laufe der Woche ständig wechselnde Randbedingungen, die eine spontane und möglichst schnelle Umgestaltung erforderlich machen. Ein Raumlabor für Skills Labs ist daher idealerweise kein statischer Raum mit fester Ausstattung, sondern ein polymorphes Konstrukt mit flexibler Anpassungsfähigkeit. Dies ist insbesondere deshalb ein notwendiges Kriterium, weil die Studierenden die Skills Labs auch ohne Anleitung eigenständig nutzen sollen. Da diese Nutzung auch gleichzeitig zwischen Teilnehmer*innen vor Ort und online per Videokonferenz erfolgen kann, ist insbesondere eine entsprechende architektonische Unterstützung für die Platzierung geeigneter Videokonferenzanlagen notwendig, die einerseits eine Beobachtung der Abläufe vor Ort und andererseits einen kollaborativen hybriden Umgang mit Daten und Versuchsaufbauten ermöglichen.

    FLEXLAB soll durch den gezielten Ausbau des COPICOH HealthLab und die Entwicklung eines modularen, polyvalenten Gestaltungskonzepts realisiert werden. Um die schnelle und flexible Umsetzung verschiedener Übungsszenarien in unterschiedlichen Raumgrößen umsetzen zu können, wird ein modulares Baukastensystem für Komponenten entwickelt:

    • Variable Raumgeometrien: Simulation von Wänden, Fenstern, Türen durch verschiebbare Trennwände, Leinwände und digitalter Projektionen, um realistische räumliche Eindrücke zu erzeugen
    • Modulare Möbelsysteme: Mobile und konfigurierbare Möbel für die dynamische Konstruktion von Raumsystemen
    • Dummy-Equipment: Nutzung von Attrapen als Platzhalter

    Gegenstand dieses Vorhabens sind der Ausbau und die Weiterentwicklung der Skills Training-Angebote in den Gesundheits-Studiengängen der Universität zu Lübeck (Humanmedizin, Ergotherapie/Logopädie, Hebammenwissenschaft, Pflege, Physiotherapie). Durch die Einrichtung des FLEXLAB-Raumlabors soll die Erprobung des Zusammenspiels von didaktisch-methodischen Anforderungen sowie architektonischen, technischen und sonstigen ambienten Merkmalen der sogenannten Skills Labs vor der Implementierung neuer, digital unterstützter Skills Trainings-Konzepte erleichtert werden. Dies soll die Implementierung in den Routinebetrieb fördern, indem Umsetzungshemmnisse vorab erkannt und behoben werden. Im Rahmen dieses Projektes soll die Nutzung des FLEXLAB-Raumlabors exemplarisch für das Skills Training im dualen Bachelorstudiengang Pflege erprobt und evaluiert werden.

    Projektlaufzeit: 01.07.2022 bis 31.12.2023
    Förderung: 100.000 € durch den Stifterverband und die Dieter Schwarz Stiftung

    Weitere Infos zum Projekt FLEXLAB unter:


     

    Projektbeteiligte

    Lea Christine Brandl, M. Sc.
    Institut für Telematik (ITM)
    +49 451 3101 6421
    brandl(at)itm.uni-luebeck.de

     

    Susan Brauer, M. Sc.
    Institut für Telematik (ITM)
    +49 451 3101 6424
    brauer(at)itm.uni-luebeck.de